Die Laubholzmistel - ein zunehmendes Problem im Streuobstbau

In Deutschland kommt von den weltweit rund 1300 Arten nur eine Art, die weißbeerige Mistel (Viscum album L.) mit 3 Unterarten, der Laubholzmistel, der Tannenmistel und der Kiefernmistel vor. Ursprünglich war das Vorkommen der Weißbeerigen Mistel (Viscum album L.) auf wärmere Tallagen mit hoher Luftfeuchtigkeit beschränkt. In den letzten Jahren hat sie sich jedoch bis in höhere Lagen bis 1000 m ausgebreitet. Dies führt zu einem wachsenden Problem für den Streuobstbau.

Laubholz-Mistel (Viscum album ssp. album)

  • Befallen werden:
    Pappel, Weide, Apfel, Weißdorn, Birke, Haselnuss, Robinie, Linde, Ahorn, amerik. Roteiche, amerik. Schwarznuss, amerik. Esche, Hainbuche
  • Nicht befallen werden:
    Rotbuche, Süßkirsche, Pflaume, Birne, Walnuss, Platane, Paulownien, Götterbaum, Magnolie
  • Immergrün d.h. sie betreibt eigene Photsynthese
  • Halbschmarotzer
  • Zweihäusig
  • Blütezeit Februar bis April
  • Bestäubung vorrangig über Insekten (v.a. Fliegen)
  • Beerenreife Ende November / Dezember
  • Verbreitung über Vögel
  • Blüht erstmalig nach ca. 5 Jahren
  • Kann mehrere Jahrzehnte alt werden
  • Keine geschützte Art!
Schneebruch durch Mistelbefall

Schädigung der Wirtsbäume durch Mistelbefall

  • Entzieht dem Wirt hauptsächlich Wasser, Nährsalze und Bodennährstoffe, dies verstärkt Trockenstress
  • Möglicherweise werden aber auch organische Stoffe aus den Leitungsbahnen entzogen
  • Minderung der Wuchsleistung des Wirts bei dichtem Befall – weniger Laub, Lichtkonkurrenz
  • Nachlassende Vitalität führt oft zum Absterben von Ästen oder auch dem ganzen Baum
  • Kann bei starkem Befall zu Astbruch durch Schneelast führen

Der Lebenszyklus der Laubholzmistel (Viscum album L.) in Bildern